Die Konfirmation

 

Der Name Konfirmation leitet sich von lateinisch confirmare für befestigen ab. Es ist ursprünglich ein kirchliches Fest für 13 – 15jährige Jugendliche, die das Taufversprechen der Eltern und Paten am Taufstein nun selbst sagen und verantworten wollen. Dazu war das Erlernen von Grundinformationen der christlichen Lehre (früher zumeist an Luthers »Kleinem Katechismus« erworben) notwendig. Die Konfirmationsfeier lag dann an der Schwelle zum Erwachsenenleben, denn damals verließen die Jugendlichen in diesem Alter ihre Elternhäuser und wurden Lehrlinge, Mägde usw. Die Konfirmation ersetzte in der evangelischen Tradition die katholische Erstkommunion und wurde daher zur Voraussetzung für die Teilnahme am Abendmahl und für die Übernahme eines Patenamtes. Heute ist die Konfirmation ein weit verbreitetes volkskirchliches Fest, das allerdings im Osten Deutschlands oftmals durch die sozialistisch eingeführte »Jugendweihe« ersetzt wird.

 

Im Konfirmandenunterricht geht es nicht mehr allein um das Erlernen christlicher Inhalte, sondern auch um die Einführung in existentielle Fragen nach Sinn und Lebenszielen, nach Solidarität und Selbstfindung. Die Konfirmanden stehen an der Schwelle zur inneren Selbständigkeit (Pubertät) und erlernen dieses erstmals und exemplarisch am Religionsthema. Nach der Konfirmation kann kein Jugendlicher mehr gezwungen werden, am konfessionsorientierten Unterricht teilzunehmen. Oft ist das familiäre Konfirmationsfest mit reichen Geschenken für die Jugendlichen ausgestattet; dabei dominieren »Selbstständigkeitsgeschenke«: Eigene Mofas, eigene Musikanlagen, eigene Computer usw. symbolisieren in materieller Form den symbolischen Schritt in die Selbstverantwortung.

 

 

Häufig gestellte Fragen:

 

Wir sind nicht in der Kirche. Kann unser Kind konfirmiert werden?

Ja, die Konfirmation ist möglich.

 

Ist der Unterricht in einer anderen Gemeinde möglich?

Zunächst einmal sollten Sie davon ausgehen, dass Ihr Kind in der vorgeschriebenen Gemeinde zur Konfirmandenstunde geht. Dies bietet sich an, weil Freundinnen und Klassenkameraden dort sind, und so die Vertrautheit am größten ist. Wenn Sie aber gute Gründe dafür haben, Ihr Kind in einen anderen Pfarrbezirk oder eine andere Gemeinde zu schicken, so fragen Sie bitte den dann zuständigen Pfarrer oder die Pfarrerin!

 

Muss mein Kind konfirmiert werden oder reicht die Taufe?

Zur Kirchenmitgliedschaft reicht zwar die Taufe. Aber zusammen mit vielen Freunden in der Konfirmationsgruppe den christlichen Glauben verstehen zu lernen, ist bereichernd und wunderschön. Wer dann das Patenamt übernehmen will muss aber in der Regel konfirmiert sein.

 

Mein Kind ist nicht getauft. Kann es konfirmiert werden?

Ihr Kind kann am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Wenn das Kind nicht getauft ist, so wird das Kind am Ende des Konfirmandenunterrichts getauft; eine Bestätigung der Taufe, also die Konfirmation, ist dann nicht mehr notwendig, da das Kind ja schon selber Ja zu der Taufe gesagt hat. In der Praxis wird das Kind dennoch oft vor der Konfirmation getauft.

 

Welche Rechte erhält man durch die Konfirmation?

Mit der Konfirmation wird u. a. das Recht zugesprochen, in allen evangelischen Gemeinden am Abendmahl teilzunehmen, Pate zu werden, eine Nottaufe vorzunehmen und als Erwachsener an kirchlichen Wahlen teilzunehmen (aktiv ab dem 16. Lebensjahr, z. T. schon ab dem 14., passiv ab dem 18. Lebensjahr) oder in kirchliche Ehrenämter gewählt zu werden. Wenn jemand als Erwachsener getauft wird, so kommt der Taufunterricht dem Konfirmandenunterricht gleich.

 

Was soll mein Kind bei der Konfirmation anziehen?

Die Kleidung sollte den festlichen Charakter des Tages unterstreichen. In Einzelheiten gibt es örtlich und traditionell unterschiedliche Vorstellungen. Besprechen sie die Frage am besten mit Ihrem Kind oder bei einem Elternabend mit dem Pastor oder der Pastorin der Gemeinde.

 

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?

Das wird in jeder Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Wenn es erlaubt ist, wird allerdings darum gebeten, dass eine Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Wenn das Fotografieren während des Gottesdienstes nicht erlaubt ist, besteht meist die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst noch Bilder zu machen.

 

Was soll man zur Konfirmation schenken?

Am weitesten verbreitet ist es Geld zu schenken. Die Jugendlichen können sich später davon kaufen, was sie möchten. Aber auch ein Buch, ein Schmuckstück oder eine CD ist möglich. Besser noch: Sie lassen sich etwas ganz Persönliches oder Einmaliges einfallen. Auch ist es eine gute Tradition, zur Konfirmation eine Ausgabe der Bibel oder des Evangelischen Gesangbuchs zu schenken.

 

Endet das Patenamt mit der Konfirmation?

Offiziell enden die Aufgaben der Paten mit der Konfirmation, weil der oder die Jugendliche dann religionsmündig ist. Aber es ist schön, wenn die guten Kontakte zwischen Paten und Patenkind ein Leben lang bestehen bleiben!

 

Kann ich mich als Erwachsener noch konfirmieren lassen?

Für die Konfirmation gibt es keine Altersbegrenzung. Voraussetzung ist, dass Sie getauft sind. Zur Vorbereitung auf die Konfirmation, wo Sie im Gottesdienst zusammen mit der versammelten Gemeinde gemeinsam den christlichen Glauben öffentlich bekennen, ist eine kirchliche Unterweisung nötig. Wie diese im Einzelnen aussieht erfragen Sie bitte bei Ihrer Pastorin bzw. Ihrem Pastor.