Tag der Meere

 

Lübeck feierte am 20. Mai 2008 den ersten ´Tag der Meere´

Lübeck (epd). Die Lübecker Seefahrerkirche St. Jakobi hat mit einem Shanty- und Diskussionsabend am Dienstag den ´Europäischen Tag der Meere´ in Deutschland eingeführt. Der Gedenktag war am Nachmittag in Straßburg von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, EU- Ratspräsident Janez Jansa und EU-Parlamentspräsident Hans- Gert Pöttering offiziell ausgerufen worden. St. Jakobi ist Nationale Gedenkstätte der zivilen Schiffahrt.

 


Schleswig-Holsteins früherer Ministerpräsident Björn Engholm (SPD) forderte in Lübeck einen behutsameren Umgang mit Wasser. Christliche Taufe, jüdisches Ritualbad und muslimische Gebetswaschungen zeigten die tiefe religiöse Symbolkraft des Wassers. Viele Menschen hätten inzwischen begriffen, dass die Ölvorkommen auf der Erde begrenzt seien. Für das Wasser, so Engholm, stehe dieser Bewusstseinswandel noch aus.

 


Die Lübecker Seefahrerkirche habe es sich zur Aufgabe gemacht, Verantwortung für die Meere zu übernehmen, sagte Jakobi-Pastor Lutz Jedeck. Das Meer habe den Menschen schon immer Segen und Gefahren gebracht. Erst in der heutigen Zeit müsse das Meer auch vor den Menschen geschützt werden. Jedeck: ´Es gilt, Mensch und Meer vor Gefährdung zu bewahren.´ Eigens für den Festtag war ein 40 Meter langer und zwei Meter breiter Fluss in der Kirche installiert worden.

 

Der ´Europäische Tag der Meere´ wird künftig in jedem Jahr am 20. Mai begangen. Damit solle das Verständnis für die Meeresumwelt gestärkt werden, sagte Pöttering in Straßburg. Die EU müsse der Meeresumwelt mehr Bedeutung schenken. Europa hat eine Küste von 70.000 Kilometern. 22 der 27 EU-Staaten sind Küsten- oder Inselstaaten.

 


Der enge Bezug vieler EU-Staaten zu den Meeren biete Chancen für Forschung, Umwelt und biologische Vielfalt, heißt es in dem am Dienstag verabschiedeten Bericht des EU-Parlaments. Eine künftige gemeinsame EU-Meerespolitik müsse dem Rechnung tragen. So begrüßt das Parlament den Aufbau eines Netzes für die Meeresüberwachung, das die Abstimmung der Küstenwachen verbessern soll. Außerdem sprachen sich die EU-Parlamentarier dafür aus, Fischerei- und Handelsschiffe der EU durch die Marine zu schützen, um die Seepiraterie zu bekämpfen.

 


Krisiert wurde dagegen, dass die EU-Kommission in ihrem Aktionsplan nur unverbindlich auf den Klimawandel eingeht. So sprachen sich die Parlamentarier für die Einbeziehung der Schifffahrt in den Emissionshandel aus. Die Entwicklung umweltfreundlicher Schiffsantriebe müsse verstärkt und der Ausstoß von Stick- und Schwefeloxiden auf See gesenkt werden. (20.5.08/tm/hs) (epd)

 

zurück