Jakobus – Der Namenspatron

 

Im Jahr 1334 wurde der Hochaltar den Aposteln Jakobus Maior und Paulus geweiht. Der heilige Jakob, Schutzpatron der Pilger, wird dargestellt mit Hut, Stab, Tasche – und dem Charakteristikum der Muschel, die seine Utensilien verziert. St. Jakobi war Anlaufstelle der Pilger. Die skandinavischen Pilgerzüge führten über Lübeck. Zum der Kirche benachbarten Heiligen-Geist-Hospital am Koberg gehörte eine Pilgerherberge. Von hier ging es weiter zu den berühmten Wallfahrtsorten Rom, Jerusalem und zumal Santiago de Compostela zum Grab des Hl. Jakobus – aber auch nach Köln und Aachen, nach Thann im Elsaß und Wilsnack in Mecklenburg: Dieser Ort wurde nach dem Hostienwunder beim Brand der Dorfkirche 1383 einer der bekanntesten Wallfahrtsorte Norddeutschlands. Dorthin weist noch heute ein Wegekreuz in der Lübecker Roeckstraße.

 

Pro salute animee – „to Salicheyd meyner Selen“: So machten Pilger sich auf zu freiwilligen Bußfahrten oder auferlegten Sühnewallfahrten. Unter ihnen gab es professionelle Wallschwestern und -brüder, die gegen Bezahlung – häufig wurden dafür Beträge in Testamenten ausgesetzt – den beschwerlichen Weg auf sich nahmen. Von den Wallfahrtsorten wurden Fläschchen mit geweihtem Wasser und Pilgerzeichen wie die Muschel nach Hause gebracht. Das Erkennungszeichen des Hl. Jakobus wurde zum Pilgerzeichen schlechthin. Mit der Muschel sollen die Pilger das lebensnotwendige Wasser geschöpft haben. Und taufend mit der Muschel ist Johannes der Täufer dargestellt worden. So wurde die Muschel zu einem Symbol für das Geheimnis des Glaubens und die kostbare Perle in ihr für das Evangelium. Von alldem künden Bildzeugnisse und die Geschichte St. Jakobis.

 

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